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Die Kommunikationskrise
In der Verwaltung eines mittelständischen Möbelherstellers klingeln die Telefone Sturm. Am Morgen hat eine Zeitung groß darüber berichtet, dass Regale aus der Produktion der Firma umfallen können, weil die Halterungen mangelhaft sind.

Jetzt verlangen Hunderte von Anrufern gleichzeitig nach Antworten: Endkunden fragen nach, wo sie Ersatzteile bekommen. Einzelhändler wollen wissen, ob sie die Regale aus dem Verkauf nehmen müssen. Und Journalisten der Regionalpresse und von Wirtschaftszeitungen bohren, ob das Problem das Unternehmen in eine finanzielle Schieflagen bringen könnte.

Die unerwartete Situation führt in der Firmenzentrale zu kopflosem Durcheinander, weil das Unternehmen keinen Notfallplan in der Schublade hat. Und die Geschäftsführer können kaum überblicken, an welcher Front sie zuerst kämpfen sollen.

Jetzt ist professionelles Krisenmanagement gefragt, das inmitten des Chaos kein Detail außer Acht lässt. Im Rahmen des Wirtschaftsdialogs kann ich helfen: Zunächst kläre ich gemeinsam mit der Geschäftsführung die Fakten. Handelt es sich wirklich nicht um einen Einzelfall? Warum hat niemand den Fehler bemerkt? Mit wie vielen Regalen sind die fehlerhaften Halterungen ausgeliefert worden und wie kann man die Produkte erkennen?

Nach dieser Bestandsaufnahme stelle ich einen Reaktionsplan auf. Aufgrund der Erfahrungen als Volljurist kann ich sofort einschätzen, welche Rechtsfragen geklärt werden müssen, um mögliche Gefahren für das Unternehmen abzuwenden. Stehen etwa Forderungen nach Schadenersatz im Raum und muss deshalb das Unternehmen einen Spezialisten für Produkthaftung zu Rate ziehen? Diese Beurteilung ist wichtig bei der Frage, ob das Unternehmen seine Kunden auffordern soll, die Regale zurückzugeben. Oder reicht es aus, neue Halterungen anzubieten?

Sind die Fakten geklärt, unterstütze ich das Unternehmen dabei, seine zentralen Botschaften an die Öffentlichkeit zu bringen. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, wie Journalisten arbeiten. Ich beraume kurzfristig eine Pressekonferenz an und trenne hier gemeinsam mit der Geschäftsführung Fakten von Gerüchten. Schon am nächsten Tag hat der Möbelhersteller die Lage wieder unter Kontrolle und kann nach außen Gelassenheit demonstrieren. Ein größerer Schaden ist nicht entstanden.

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